Bewährung

Wenn sich die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe nicht vermeiden lässt, ist es für den Angeklagten von ausschlaggebender Bedeutung, dass die ausgesprochene Strafe zumindest nicht vollstreckt wird. Es geht um die Aussetzung der Freiheitsstrafe zur Bewährung. Der Vollzug einer Freiheitsstrafe in einem Gefängnis kann für den Verurteilten und seine Angehörigen das gesellschaftliche Aus bedeuten. Gerade deshalb ist es wichtig, in einem Strafverfahren die Hilfe eines Strafverteidigers in Anspruch zu nehmen. Denn nur ein erfahrener Anwalt für Strafrecht erkennt die bestehenden Möglichkeiten, eine Bewährungsstrafe zu erzielen, den drohenden Widerruf einer Strafaussetzung zur Bewährung abzuwenden oder eine vorzeitige Beendigung des laufenden Vollzugs einer Freiheitsstrafe herbeizuführen.

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Strafaussetzung zur Bewährung in der Praxis

Die Bewährung bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe kann mit Auflagen und Weisungen verbunden werden. Das ist zum Beispiel die Verpflichtung, jeden Wohnortwechsel anzuzeigen, Arbeitsleistungen zu erbringen oder den Schaden wiedergutzumachen. Bei der Nichterfüllung von Auflagen und Weisungen droht gemäß § 56f Strafgesetzbuch (StGB) ein Widerruf der Strafaussetzung – die Strafe muss dann angetreten werden. In diesem Fall kann ein erfahrener Rechtsanwalt für Strafrecht jedoch den Widerruf verhindern, indem er das Gericht dazu bewegt, anstelle des Widerrufs weitergehende Weisungen oder Auflagen auszusprechen.

Auch im laufenden Strafvollzug spielt die Strafaussetzung zur Bewährung eine Rolle. Denn nach dem Ablauf von zwei Dritteln, in Ausnahmefällen auch der Hälfte der Zeit des Freiheitsentzugs, kann der Rest der Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt werden.

Die wichtigsten Gesetzesnormen

  • § 56 Strafgesetzbuch (StGB): Welche Freiheitsstrafen können zur Bewährung ausgesetzt werden?
    • Abs. 1 sieht für Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr die Strafaussetzung vor, wenn zu erwarten ist, dass sich der Täter in Zukunft straffrei verhalten wird.
    • Abs. 2 sieht auch für Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren die Möglichkeit vor, eine Bewährungsstrafe auszusprechen. Dies soll laut Gesetz jedoch nur unter besonderen Umständen der Fall sein, die zu einer günstigen Sozialprognose hinzukommen müssen.
  • § 56a StGB setzt die Bewährungszeit auf zwei bis fünf Jahre fest.
  • Gemäß §§ 56b und 56c StGB können dem Verurteilten für die Dauer der Bewährungszeit Auflagen und Weisungen auferlegt werden.
  • § 56f StGB (Widerruf der Strafaussetzung zur Bewährung): Das Gericht kann die Entscheidung widerrufen, wenn der Verurteilte rückfällig wird oder gegen Auflagen und Weisungen während der Bewährungszeit verstößt.
  • § 57 StGB: Aussetzung des Strafrestes nach zwei Dritteln oder der Hälfte der Verbüßung

Mit anwaltlicher Hilfe zur Bewährung

Ein Fachanwalt für Strafrecht kann Ihnen helfen, eine positive Bewährungsentscheidung herbeizuführen. Denn es ist bei Freiheitsstrafen zwischen einem und zwei Jahren nur unter besonderen Umständen möglich, eine Strafaussetzung zur Bewährung zu erreichen.

Und auch bei Freiheitstrafen unter einem Jahr ist eine Strafaussetzung nicht selbstverständlich. Ein guter Anwalt für Strafrecht mit langjähriger Erfahrung kann mit fachlichen Kenntnissen und fundierten Argumenten das Gericht oft zu einer Entscheidung im Sinne des Angeklagten bewegen.

Hierzu ist es notwendig, sich bereits im Vorfeld der gerichtlichen Hauptverhandlung eingehend mit den gesetzlichen Voraussetzungen und den tatsächlichen Möglichkeiten einer Strafaussetzung zur Bewährung zu befassen. Nehmen Sie deshalb Kontakt mit den Rechtsanwälten Kränzlein, Adams & Eckstein in München auf – wir setzen unsere Erfahrung und unser Wissen für Sie ein!

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